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„bez granic – grenzenlos“

Das deutsch - polnische Jugendprojekt „bez granic – grenzenlos“ besteht als Zeitungsprojekt seit nunmehr 14 Jahren ohne Unterbrechung. Es wird gefördert vom Deutsch - Polnischem Jugendwerk. Die Zeitung ist früher in gedruckter Form herausgegeben worden und wird jetzt als Internetprojekt fortgeführt. Seit dem Wechsel von dem gedruckten Produkt zum Internet, wird das Projekt in rein ehrenamtlicher Form durch den Verein "Trans Europa e.V." getragen.

Zielgruppe Die Teilnehmer setzen sich aus Schülern im Alter von 16 bis 18 Jahren zu gleichen Teilen aus allen Schulformen aus beiden Ländern zusammen. Somit leistet „bez granic – grenzenlos“ einen Beitrag zur Chancengleichheit

Das Konzept Jedes Jahr werden an vier verlängerten Wochenenden Redaktionstreffen für 40 deutsche und polnische Jugendliche organisiert. Während dieser Begegnungen halten die Teilnehmer ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit dem jeweils fremden Land, dessen Kultur und Bevölkerung in Artikeln fest.

Darüber hinaus werden den Teilnehmern Grundlagen der Jugendbildungsarbeit, wie Präsentationsmethoden, Gruppenspiele, Rhetorik, Reflektionsmethoden und vieles mehr beigebracht. Somit kann man dieses Projekt auch als eine kleine Multiplikatorenschulung betiteln.

Für die vier Treffen werden Schwerpunktthemen gewählt, die das gegenseitige Verständnis stärken und zur aktiven Mitgestaltung von Jugendprojekten anregen.

Die Form der Artikel wurde auf Erlebnisberichte/„Blogs“ umgestellt. Diese bringen die individuellen Sichtweisen der Jugendlichen besser zum Ausdruck, regen zur Reflektion an und stellen die Entwicklung des Einzelnen dar. Zudem wird die Kommunikation in der Gruppe und das Verständnis für einander qualitativ und quantitativ erheblich verbessert. Gleichzeitig wird durch diese Darstellung die große Vielfalt an verschiedenen Sichtweisen der Gruppe deutlich.

Nach einem Jahr scheiden die Teilnehmer aus dem Projekt aus. Für Teilnehmer, die weiteres Interesse zeigen, wird eine Leiterschulung angeboten. Sie fahren daher im Folgejahr als „Hilfsleiter“ mit um kleinere Parts auszuprobieren. Nebenbei werden sie intensiv geschult, damit sie dann im zweiten Jahr, nach ihrer Rolle als Teilnehmer, die Rolle des Leiters in diesem Projekt übernehmen können. Es besteht aber auch die Möglichkeit mit Trans Europa e.V. weitere Projekte zu entwickeln und diese dann zu leiten.


Der Projektablauf Um den Teilnehmern die Entwicklung zu jungen MultiplikatorInnen zu ermöglichen, finden die Begegnungen zu folgenden Themen statt:

1. Die dt.-pl. Freundschaft weiter tragen & Verantwortung übernehmen Im Februar 2008 wird die von den Teilnehmern aus dem Jahr 2007 selbst organisierte Jugendbegegnung stattfinden. Hier haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihr im Jahr 2007 erlerntes pädagogisches und organisatorisches Wissen zu aktivieren und anzuwenden. Motivierte Teilnehmer können im folgenden Zyklus mit neuen Teilnehmern, als „Hilfsleiter“ Leitungserfahrungen sammeln und die Rolle des Leiters erlernen.

2. Teambuilding mit neuen Teilnehmern Auf dem ersten Treffen mit neuen Teilnehmern steht das kennen lernen und Teambuilding im Vordergrund. Ziel ist es, ein Gemeinschaftsgefühl der neuen Gruppe entstehen zu lassen, das die Basis für folgende Treffen bildet. Das Thema für das erste Treffen ist „Jugendkultur“. Als ein für Jeden präsentes Thema ist sie ein Phänomen, das die Mentalitäten unserer Länder widerspiegelt. Es werden Eigenheiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede unmittelbar deutlich, aufgegriffen und reflektiert.

3. Erforschen der gegenseitigen Identitäten Nach der Gruppenfindungsphase, werden wir auf dem zweiten Treffen, durch die Erforschung der Geschichte und ihren Einfluss auf unsere Identität, Gemeinsamkeiten herausstellen. Das Treffen wird im September in Görlitz stattfinden. In dieser geteilten Stadt wird ein Stück der deutsch-polnischen Geschichte deutlich. Wir untersuchen und erforschen wie die Trennung der Stadt und die Zeit des gemeinsamen Kommunismus’ die Beziehung der beiden Länder und das Selbstverständnis der Bevölkerung beeinflusst hat und in wie weit es die heutigen Gesellschaften prägt.

4. Gemeinsame Ziele entwickeln und vertreten Das Treffen im November beginnt mit einer Reflexionsphase vor dem Hintergrund des bisher erlebten. Um den Einstieg in aktives gesellschaftliches Engagement zu provozieren, stellen wir die Jugendlichen vor die Herausforderung selbst ein deutsch-polnische Begegnungsprojekt zu planen. In diesem Planungsprozess sollen die eigenen Erfahrungen aus vorangegangen Treffen einfließen. Durch den Perspektivenwechsel wird ein neuer Lern- und Reifeprozess angestoßen.


Fazit Das Projekt ist in seiner jetzigen Form herausragend, weil es nahezu ausschließlich von Jugendlichen (gewonnen aus dem „bez granic“ Zyklus des letzten Jahres) selbst geplant und durchgeführt wird. Der klassische Begegnungscharakter wird nach dem Ersten von vier Treffen (Teambuilding) erweitert, indem Ideen geweckt und gefördert werden und den Teilnehmern das Handwerkszeug zur Realisation von Jugendbegegnungen vermittelt wird. Dies bedeutet konkret, dass unser Projekt jedes Jahr 40 Jugendliche auf die Tätigkeiten in der Jugendbildungsarbeit vorbereitet.

Innovativ ist die effiziente und Synergien nutzende Verzahnung von Jugendbegegnung und grenzüberschreitender Multiplikatorenschulung. Damit geht das Projekt über den Anspruch von „üblichen“ Jugendbegegnungen weit hinaus und setzt sich unter Partizipation der Teilnehmer nachhaltig für Völkerverständigung und eine aktive, mitgestaltende und verantwortungs- übernehmende Jugend ein.